18.06.2026. Sabrina aus Rhöndorf kann wieder zuversichtlicher nach vorn blicken. Seit die 32-Jährige die weiße Pudeldame Rosi an ihrer Seite hat, ist ihr Alltag spürbar sicherer geworden. Rosi ist ein speziell ausgebildeter Assistenzhund. Sie erkennt Krisensituationen frühzeitig, unterbricht gefährdende Zustände und gibt Sabrina die Sicherheit, wieder selbstständiger am öffentlichen Leben teilzunehmen.
Dass Rosi heute bei Sabrina sein kann, ist das Ergebnis einer erfolgreichen Spendenaktion, die die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bad Honnef gemeinsam mit der Bürgerstiftung Bad Honnef vor einem Jahr ins Leben gerufen hat. Ziel war es, Sabrina die Anschaffung und Ausbildung eines Assistenzhundes zu ermöglichen.
Sabrina leidet infolge schwerer Gewalterfahrungen und Missbrauchs in ihrer Kindheit an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung. Die Erkrankung führt immer wieder zu schweren Krisen und sogenannten Dissoziationen, in denen Betroffene die Orientierung verlieren und sich selbst gefährden können. Drei Jahre lang musste Sabrina ohne Assistenzhund auskommen. In dieser Zeit verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zunehmend.
Obwohl Ärzte und Psychotherapeuten mehrfach bestätigten, dass Sabrina dringend einen Assistenzhund benötigt, wurden die Kosten von der Krankenkasse nicht übernommen. Anschaffung und Ausbildung kosteten insgesamt 32.000 Euro – eine Summe, die Sabrina allein nicht hätte aufbringen können.
AWO und Bürgerstiftung wollten das nicht hinnehmen. Die stellvertretende AWO-Vorsitzende Inge Ivan übernahm die Organisation der Spendenaktion. Die Bürgerstiftung Bad Honnef unterstützte das Projekt finanziell und machte es über ihr Netzwerk bekannt. Annette Stegger, Vorsitzende der Bürgerstiftung, begleitete die Aktion von Beginn an und motivierte zahlreiche Menschen zum Mitmachen.

Sabrina und Rosi sind ein starkes Team geworden.
Der Erfolg war beachtlich: 113 Spenderinnen und Spender beteiligten sich an der Aktion. Insgesamt kamen 24.000 Euro zusammen. Weitere 8.000 Euro brachte Sabrina selbst auf. Damit konnte der lang ersehnte Assistenzhund schließlich angeschafft werden.
Noch vor Abschluss der Finanzierung begann die aufwändige Suche nach dem passenden Hund. Gesundheitsuntersuchungen und zahlreiche Tests waren nötig. Gemeinsam mit einem österreichischen Züchter und Trainer wurde schließlich Rosi ausgewählt und gezielt auf ihre besondere Aufgabe vorbereitet.
Heute begleitet die Pudeldame Sabrina im Alltag. In akuten Situationen legt sie sich auf Sabrina oder auf ihre Hände und hilft so, eine Krise zu unterbrechen. Sie bringt Medikamente und warnt, wenn Sabrina sich in Gefahr begibt. Dadurch kann die junge Frau inzwischen wieder allein einkaufen gehen und sich mit mehr Vertrauen im öffentlichen Raum bewegen.
Besonders deutlich zeigte sich die Veränderung in der Zeit um Pfingsten. Aufgrund belastender Erinnerungen war diese Zeit für Sabrina in den vergangenen Jahren häufig mit schweren Krisen und Klinikaufenthalten verbunden. In diesem Jahr kam sie erstmals stabil durch diese Wochen.
„Diese Spendenaktion war das Beste, was wir tun konnten. Der Erfolg ist unübersehbar“, sagt Inge Ivan. Für Sabrina bedeutet dieser Erfolg vor allem eines: die Chance auf ein selbstbestimmteres Leben.
Mit neuem Selbstvertrauen blickt sie nun nach vorn. Sabrina möchte ihr unterbrochenes Studium der Sozialen Arbeit wieder aufnehmen. Ihr Ziel ist es, später Menschen zu unterstützen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie sie selbst.
