Anhöhe über Menzenberg

Die Zickelburg, so wie wir sie heute kennen, ist eine Anhöhe oberhalb von Menzenberg. Fantasievolle Zeitgenossen sehen jetzt starke Mauern, Türme, Zinnen, eben alles, was ein Burg ausmacht. Aber: Dieser Platz war ein Gut, eine Hof- und Siedlungs­stelle. Erstes Zickelburger Gut: Vom Porzenkreuz an der oberen Karl-Simrock-Straße, das auch den Zugang zum Menzenberg behütet, führte ein ansteigender Karrenweg, die Cüstersgasse, zum Areal der Zickelburg. Ein Herr Funck aus Rheinbreitbach ist erstmals erwähnt als Besitzer, deshalb auch „Funck´sche Zickelburg“ genannt, letztendlich 1640 mitsamt Weingut an die Jesuiten verkauft. 1834 war Johann Peter Heinen der Pächter des Areals. Auf seinen Streifzügen durch die Wälder rund um den Menzenberg und sein Haus Parzival (Station 9) kehrte Karl Simrock ein in Heinens Schankstube und lernte dessen Frau Cäcilie als Winzerin und Volksliedsängerin kennen – und schätzen, die als „Menzenberger Nachtigall“ und „Heinemöhn“ bekannt wurde. 1840 erfolgte der Abbruch. Zweites Zickelburger Gut: 1614 erstmals genannt, lag es dem ersteren gegenüber. Es kam in den Besitz der Jungfrau Noeten, weshalb dieser Hof als „Jungfern-Zickelburg“ unterschieden wurde. Sie verschenkte ihren Besitz am 21. Februar 1654 an die Jesuiten. Rudolf Grimm kaufte das Gut 1886 und verkaufte es 1890 an Auguste Grimm. Seit dem Ersten Weltkrieg ist das Gelände verödet, heute als Bodendenkmal nur noch ansatzweise zu erkennen.