Die Pfarrkirche „St. Aegidius“ mit ihrem Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert – wahrscheinlich ehemaliger Wachturm der Löwenburg – ist das älteste Bauwerk Aegidienbergs. Der Pfarrpatron wurde somit Namensgeber der Pfarr-und Zivilgemeinde, und der historische Pfarrkirchturm bildete folgerichtig den Mittelpunkt des damaligen Gemeindewappens. Auf einer alten Jesuitenkarte ist bereits 1685 an dieser Stelle ein kleiner Kirchenbau nachweisbar, der aber wahrscheinlich schon lange vorher errichtet wurde. Der jetzige Kirchenbau wurde von 1824 – 1827 an gleicher Stelle als Nachfolgebauwerk der abgerissenen Altkirche errichtet. Baupflicht für das Kirchenschiff oblag dem preußischen Staat als Landesherr, während für die Unterhaltung des Chores der Ortspfarrer und für den Turm die Gemeinde zuständig war. Nach verschiedenen noch im 19. Jahrhundert durchgeführten baulichen Ergänzungen und Änderungen – z. B innere Westempore, rhombenförmiges Dach – sowie Anbau der beiden Seitenschiffe 1923 entstand der heutige Kirchenbau. 1945 erlitt diese Kirche starke Zerstörungen, die aber nach und nach wieder repariert werden konnten. 1955 wurde eine Sakristei südöstlich des Chores angebaut. Bemerkenswert sind der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert, der barocke Hauptaltar von 1779 und die beiden Seitenaltäre, vier Seitenfenster mit Heiligendarstellungen, die Klais-Orgel von 1929 und die vier aus dem Kirchturm klingenden Glocken sowie das von Bildhauer Sepp Kürten geschaffene bronzene Hauptportal der Kirche. Die Haupteingangstür zeigt in sieben künstlerischen Darstellungen die Lebensgeschichte des Pfarrpatrons St. Aegidius. Zur Kirche führten von den alten Ortsteilen die sogen. „Kirchwege“ – heute noch erkenntlich an Straßennamen wie „Orscheider Kirchweg“ und „Wülscheider Kirchweg“.

Pfarrhaus der Kirchengemeinde
Das 1858 errichtete Pfarrhaus mit bäuerlichen Wirtschaftsräumen entstand, nachdem das sehr reparaturbedürftige vorherige bäuerliche Pfarranwesen in Retscheid versteigert worden war. Grund für diesen Neubau durch die Kirchengemeinde in der Nähe der Pfarrkirche war wohl der weite Fußweg, den der Pfarrer vorher mehrmals täglich zur Kirche zurücklegen musste.

Marienhaus
Aus der damaligen Pfarrscheune von 1858 entstand etwa 1912/13 das erste Marienhaus mit Versammlungssälchen, indem man die ehemalige Küsterwohnung dort dem Zweck entsprechend neu gestaltete. Bei den Kämpfen um Aegidienberg im März 1945 wurde dieses alte Marienhaus sehr stark beschädigt. 1949 konnte dieses Fachwerkgebäude in größerer Form mit Saal und kleiner Bühne neu erstellt werden aufgrund großer Kirchen- und Haussammlungen und vieler ehrenamtlicher Helfer. Heute beherbergt das einzige Fachwerkhaus am Markt die Pfarrbücherei und einen Jugendversammlungsraum

Neues Pfarrzentrum
Das Marienhaus wurde mit dem starken Anwachsen der Aegidienberger Bevölkerung in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu klein für die Pfarrveranstaltungen. So plante und baute man bis Oktober 1982 ein neues und erheblich größeres Pfarrzentrum für die Kirchengemeinde und den Ort. Wiederum waren hier erhebliche finanzielle und tatkräftige Eigenleistungen gefragt.