Foto: H. Welter

Foto: H. Welter

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1.1 Der Aegidiusplatz hieß früher Marktplatz; die Umbenennung erfolgte am 4. Mai 1962, als der Gemeinderat vor der Vergabe der Straßennamen auch beschloss, die 13 Ortsteile einheitlich Aegidienberg zu nennen. – Bis 1965 stand rechts vor der Pfarrkirche (Station 2) das 1922 eingeweihte Kriegerehrenmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen. Nunmehr links vor der Kirche: Das 1968 eingeweihte Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege, das auch an die Toten aus der niederschlesischen Stadt Krummöls (heute Oleszna Podgorska) erinnert. Viele von dort Vertriebene fanden nach 1945 in Aegidienberg eine neue Heimat. – Ebenfalls links vor der Kirche stand das 1837 fertiggestellte Schulgebäude Aegidienbergs, das für schulische Zwecke bis 1931 (siehe 1.5) und danach als Gemeindebüro genutzt wurde (Abriss 1976).

1.2 Am Haus Aegidiusplatz 11 erinnert eine Gedenktafel an die dortigen Aufenthalte des Kölner Karnevalisten, Liedermachers und Komponisten Willi Ostermann (1876 – 1936).

1.3 Der gegenüber liegende Friedhof wurde 1824 angelegt und mehrfach nach Westen hin erweitert, während er an der Markplatzseite wegen Straßenbegradigung zurückverlegt werden musste. Im vorderen Teil des Friedhofs über 25 steinerne Grabkreuze, vornehmlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Dort auch das Grab von Theodor Weinz aus Hövel, der bei den Separatistenabwehrkämpfen 1923 getötet wurde (Station 1.5). Im südlichen Teil, unter einer Trauerbirke, ein Holzkreuz mit der Inschrift „Hier ruhen vierzehn Separatisten gefallen am 16.11.1923“ (Station 1.7, 4.1). Neben der 1964 eingeweihten Friedhofskapelle das Ehrengrab des Schulrektors und Heimatforschers Karl Gast (1926 – 1966).

Aegidiusplatz

Foto: H. Welter

1.4 An der vom Aegidiusplatz rechts abbiegenden Klosterstraße lag das 1926 eingeweihte Kloster St. Josef der Franziskanerinnen vom hl. Josef, das sich in den Bereichen ambulante Krankenpflege, Kindergarten und Nähschule sowie besonders bei der Betreuung von Flüchtlingen und verletzten Soldaten im Zweiten Weltkrieg große Verdienste erwarb. Die Franziskanerinnen nutzten bis 2004 das Herz-Jesu-Kloster im Honnefer Talbereich (Hauptstraße 106) als Schwesternerholungs- und -altenheim (Geschichtsweg Stadtmitte, Station 21). – Das Kloster wurde im Januar 2008, nach Übergang in Privatbesitz, mit dem 1953/54 errichteten Neubau eines Kinderheims abgerissen. In der Klosterstraße 4a betreut die Zentralverwaltung der Franziskanerinnen vom hl. Josef Seniorenhilfe GmbH das 1952 eingerichtete Altenheim Franziskus-Haus (Klosterstraße 6).

1.5 Am Aegidiusplatz 10 liegt die am 10. Mai 1931 eingeweihte und bis zum November 1972 genutzte Theodor-Weinz-Schule (an den Namensgeber erinnert dort noch heute eine Gedenktafel: „Einigkeit und Treue / Separatisten-Abwehrkämpfe / 14.–19. Nov. 1923“). Seit 1986 befinden sich in den neu gestalteten Räumlichkeiten das Bürgerbüro der Stadtverwaltung, der Seniorentreff und der Jugendtreff. Der 1962 fertig gestellte Schulanbau wird seit 1973/74 vom Kindergarten „St. Aegidius“ und als Kath. Familienzentrum NRW genutzt. Rechts das am 22. August 1999 eingeweihte Bürgerhaus.– Die neue Städtische Gemeinschaftsgrundschule liegt seit der Einweihung am 17. November 1972 an der Burgwiesenstraße 31.

1.6 Über den von Aegidienberg ins Schmelztal führenden Butterweg brachten die Bergbewohner in früheren Zeiten die Butter und andere landwirtschaftliche Produkte in die Orte am Rhein (Station 4.5). Dieser historische Weg wurde nicht in den Wegeplan für das Naturschutzgebiet Siebengebirge übernommen.

1.7 Nachdem ein Denkmal zur Erinnerung an die Separatistenabwehr 1933, zum zehnten Jahrestag, trotz der Bestrebungen eines „Denkmalvereins für das Ehrenmal der Separatistenschlacht im Siebengebirge“ auf dem 307,6 m hohen Hupperich – nach Peter Staffel (Station 4.1, 8.1) damals auch Staffelberg bezeichnet – nicht zustande kam, wurde der Gedanke 1935 wieder aufgenommen. Zu einer Veranstaltung kamen mehrere tausend Besucher, die Gemeinde kaufte ein Grundstück auf dem angeblichen „Kampfgelände“ – aber wieder kam es zu keiner Realisierung.

Foto: Gestüt Feldmann

1.8 Gangpferdezentrum Aegidienberg (Peter-Staffel-Straße 20): Für Freunde des „Tölt“ (bei Pferden die vierte Gangart neben Schritt, Trab und Galopp) ist Aegidienberg in aller Welt bekannt. In den 1980er Jahren züchtete der Siefenhovener Verleger und Züchter Walter Feldmann sen. den „Aegidienberger“ als Kreuzung aus kleinem und robusten „Isländer“ und größerem, hitzeresistenteren „Peruaner“. Seit 1994 ist er als neue Pferderasse anerkannt.